Ha Giang Loop

Die Busfahrt nach Ha Giang war der Horror. Der Busfahrer hatte es offensichtlich sehr eilig und ist die engen Straßen dementsprechend entlang gefetzt. Außerdem wurden alle Touristen bzw. Ausländer in das hinterste Eck im Bus verfrachtet. Dort war es sehr unbequem und eng. Und dann wurden wir nicht mal im richtigen Ort abgesetzt. Der Busfahrer ließ uns bei einem (wsl mit ihm befreundeten) Guesthouse außerhalb von Ha Giang aussteigen. Da wir unser Hostel schon gebucht hatten, mussten wir dann noch mit dem Taxi 4 Kilometer nach Ha Giang fahren.

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Der Bus war so voll, dass manche sogar auf dem Gang schlafen mussten 🙂

Endlich angekommen planten wir unseren Trip für den nächsten Tag. James und Max liehen sich ein Semi-Automatik Bike aus und ich ein Automatik (im Nachhinein war das ein großer Fehler). Ich war seeehr nervös, da ich vorher noch nie mit einem Moped gefahren bin. Nach ein paar Testrunden ging es dann schon los. Mit der Zeit wurde ich immer sicherer und es fing an Spaß zu machen. Wir machten viele Pausen um den atemberaubenden Ausblick zu genießen.

Nach sieben Stunden kamen wir endlich am ersten Übernachtungsort an. Dort kochte die Familie am Abend für uns Gäste. Wir bekamen zum Teil ein paar undefinierbare Gerichte serviert (hoffentlich war es kein Hundefleisch 😉 ). Wegen einem Gewitter fiel im ganzen Ort der Strom aus, also mussten wir unser Bierchen bei Kerzenschein genießen 🙂 Es goss in Strömen und es blitzte alle 10 Sekunden. Ein faszinierendes Naturschauspiel. Entgegen unseren Befürchtungen schien am nächsten morgen wieder die Sonne. Also ging es weiter durch die wunderschöne Landschaft.

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Bis hier hin waren die Straßen relativ gut. Auf dem Weg zum nördlichsten Punkt Vietnams änderte sich dies aber schlagartig. Kaputte Straßen, Steine, Kies, Matsch… alles war dabei. Zudem waren sehr viele Baustellen auf der viel zu engen Bergstraße. Daneben tiefer Abgrund. Für mich als Anfängerin war das eine ziemliche Herausforderung. Vom Lung Cu Tower (Aussichtspunkt an der chinesischen Grenze), hat man einen herrlichen Ausblick über China.

Auf dem Rückweg zeigte uns „Maps.me“ den Weg zur „Unmarked (illegal) Boarder to China“.  Neben dem Maschendrahtzaun führt ein kleiner Weg durch den Wald am Zaun vorbei. Das wir in China waren war durch das große Schild mit Totenkopf und chinesischen Schriftzeichen zu erkennen. Wir wollen eigentlich gar nicht wissen was drauf steht 😉 Gemütlich rauchten wir eine Zigarette in China bis wir uns wieder auf den Rückweg machten.

China!! 🙂

Das nächste Highlight folgte 50 Kilometer später: Der Ma Pi Leng Pass. Definitiv einer der schönsten Ausblicke den wir je gesehen hatten. Und wieder hatten wir einer dieser Momente, in dem wir gar nicht fassen konnten wo wir gerade sind und was für unglaublich schöne Dinge unsere Welt zu bieten hat.

Auch am zweiten Tag waren wir nach 7-8 Stunden heilfroh endlich im Hostel angekommen zu sein. Das kleine Städtchen ist sehr ursprünglich und traditionell. Richtig cool das mal mitzuerleben. Wir waren so kaputt, dass wir nach dem Essen gleich eingeschlafen sind 🙂

Am nächsten Tag starteten wir den letzten und längsten Part der Strecke. 50 Kilometer ging alles gut und dann passierte es – mitten in einer sehr engen Kurve auf einem Bergpass, kam mir ein Auto (das mittig auf der Straße fuhr) zu nahe. Ich musste auf den kiesigen Rand ausweichen und rutschte mit dem Moped weg. Max und James kamen mir gleich zur Hilfe uns schafften mich aus der gefährlichen Kurve. Zum Glück hatten wir ein erste Hilfe Set dabei und Max konnte meine Wunden gleich provisorisch versorgen. Der Schock saß aber erstmal tief.  Da wir aber mitten im Nirgendwo waren, blieb mir trotz Schmerzen nichts anderes übrig als wieder aufs Moped zu steigen und zum nächsten Dorf zu fahren. Das war jedoch viel weiter weg als wir dachten. Wir fuhren zwar durch  winzige Bergdörfer aber die bestanden nur aus ein paar Holzhütten. Als wir dann nach 3 weiteren Stunden endlich ankamen und wir in der Apotheke Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial kaufen konnten beschloss ich zu beenden was ich angefangen hatte. Also hielt ich die 50 Kilometer noch durch und beendete den Loop in Ha Giang.

Autsch!!!

Eine Stunde später fuhr schon unser Nachtbus zurück nach Hanoi. Dort feierten wir noch den Geburtstag von James, bevor es weiter nach Bangkok ging. Dort verbringen wir noch die (vorläufig) letzten Tage unserer großen Reise!


2 Gedanken zu “Ha Giang Loop

  1. Hallo…ein super Bericht! Vielen Dank dafür! Wir planen im November diesen Jahres die gleiche Tour. Wann seid ihr dort gewesen? Reichen drei Tage und zwei Nächte aus oder sollte man mehr Zeit einplanen?

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    1. Hallo Karolin! Vielen Dank 🙂 freut uns, dass euch unser Bericht gefällt. Wir haben den Loop Mitte Mai gemacht. Bei der Länge kommt es ein bisschen darauf an wie ihr es machen wollt. Wir sind die gesamten drei Tage mindestens 7-8 Stunden am Tag gefahren. Es gibt auch noch ein paar andere Dörfer wo man gut noch ein/zwei Übernachtungen einschieben könnte, wenn ihr nicht so viele Stunden am Tag fahren wollt oder mehr Zeit an gewissen Aussichtspunkten verbringen wollt. Für uns haben die drei Tage/zwei Nächte vollkommen gereicht und wir hatten trotzdem genügend Zeit die Landschaft zu genießen 🙂 ich hoffe wir konnten euch weiterhelfen. Wir wünschen euch auf jeden Fall viel Spaß bei dem Loop, der Norden Vietnams ist wünderschön.. genießt es!! 😉

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