Siem Reap

Gleich nach der Einreise in Kambodscha wurden wir herzlich von einer Horde feierwütigen Einheimischen begrüßt, als wir auf unseren Bus nach Siem Reap warteten. Sie feierten gerade das Khmer Neujahr vor, dass eigentlich erst in ca. einer Woche stattfindet. Ohne dass wir uns wirklich verständigen konnten, wurden wir an ihren Tisch eingeladen und mit Bier und Essen versorgt. Ein schöner Empfang 🙂

Auf dem Weg zum Hotel fiel uns gleich auf wie modern Siem Reap ist. Das waren wir nach Laos gar nicht mehr gewöhnt. Unser Hostel lag ganz in der Nähe der Pub Street und des Nachtmarkts. Hier hatten wir den kompletten Kontrast zu den 4000 Inseln. Es ist ziemlich viel los und es gibt endlos viele Bars und Restaurants. Überall sind grelle Lichter und man hört laute Musik. Aber genau das ist auch das schöne am Reisen – der Kontrast!

Wir freuten uns wie verrückt endlich die Tempel von Angkor zu sehen. Neben Maccu Picchu ist das wohl das zweite große Highlight unserer Reise. Da das Wetter nicht besonders gut war verzichteten wir auf den Sonnenaufgang in Angkor Wat und begannen unsere Tour entgegengesetzt der üblichen Route, um den großen Reisebussen aus dem Weg zu gehen. Den ersten Stop machten wir also beim Tomb Raider-Tempel, Ta Prohm (hier wurden die Szenen aus Tomb Raider gedreht). Er ist genau so wie man sich einen mystischen Dschungeltempel vorstellt. Von Wurzeln umschlungene, verwachsene Ruinen, wunderschöne Verzierungen, die erahnen lassen wie der Tempel vor 1000 Jahren ausgesehen hat und natürlich die Dschungelgeräusche im Hintergrund. In manchen Momenten, wenn gerade niemand um einen herum ist,  kommt es einem so vor als hätte man den Tempel selbst gerade erst entdeckt 😉 Damit ist der Ta Prohm unser absoluter Favorit. Da wir unseren eigenen TukTuk-Fahrer hatten, der uns den ganzen Tag durch Angkor kutschierte, konnten wir uns zum Glück so viel Zeit lassen wie wir wollten.

Weiter ging es zu einem sehr kleinen, unbekannteren Tempel. Die Treppen, die zur Spitze führten waren noch Originale. Heißt: Sehr schmal, steil und rutschig. Das Hinunterkommen gestaltete sich als eine ziemliche Herausforderung.

Danach ging es zu einem weiteren, sehr mystisch angehauchten Tempel. Wir hatten Glück, dass zu der Zeit kaum Leute dort waren. Das erste was wir sahen war eine Horde Affen, die sich um zwei Mönche versammelten und mit ihnen spielten. Wir konnten richtig nah an die  Affen ran. Sie passten wie die Faust aufs Auge in diese atemberaubende Kulisse. Dann machten wir uns auf, den Tempel zu erklimmen. Wieder waren die Stufen sehr steil aber diesmal waren sie wenigstens aus Holz und mit einem Geländer. Trotzdem nichts für Leute mit Höhenangst 😉

Einer der berühmtesten Tempel in Angkor ist der Bayon, mit seien vielen Gesichtern. Der Tempel ist ebenfalls sehr beeindruckend und wunderschön, nur hier haben wir leider nicht die beste Zeit erwischt.  Kurz vor uns sind ein paar chinesische Reisegruppen angekommen. Man kann sich vorstellen, dass das die Stimmung ein bisschen ruinierte. Deswegen verbrachten wir hier nicht allzu viel  Zeit. Gegen Ende wurde es leerer und als wir den Tempel gerade verließen, war niemand mehr weit und breit zu sehen. Aus der Ferne sahen wir schon die nächsten drei Reisegruppen auf uns zu kommen aber wir konnten gerade noch ein wunderschönes, menschenleeres Foto von Bayon machen 🙂

 Tor zu Angkor Wat.

Die letzte Station war auch gleichzeitig das Highlight unserer Tempeltour: Angkor Wat, die größte und berühmteste der Tempelanlagen. Das Zentrum von Angkor. Und schon von weiten kann man erahnen wie riesig sie ist. Wenn es jetzt schon so eine Wirkung auf einen hat, wie war es dann wohl damals vor 1000 Jahren. Um mehr über die Geschichte des Tempels zu erfahren, gönnten wir uns auf diesem Rundgang einen Guide. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn der Tempel wäre sonst wegen der vielen Besucher und der Größe im Vergleich zu den anderen atmosphärenmäßig eher untergegangen. Die Geschichten und Informationen unseres Guides machten das Ganze schon sehr viel interessanter.

Am nächsten Tag besuchten wir noch das Freiluft War-Museum, das auf einem alten Mienenfeld steht. Wir hatten einen richtig guten Guide, der uns mehr über die alten Panzer, Maschinengewehre, Granaten, Mienen usw. auf dem Gelände erzählte. Er selbst ist ein alter Veteran und wurde schon mehrmals angeschossen und von Granaten erwischt. Schließlich hatte er, wie schon so viele andere, einen Fuß durch eine Landmiene verloren. In seinem Auge, auf dem er jetzt blind ist, steckt noch ein Splitter seines Fußknochens. Unglaublich was der Mann alles erlebt hat. Man nennt ihn hier die Katze, da er dem Tod schon so oft von der Schippe gesprungen ist. Es war auf jeden Fall sehr interessant aus erster Hand mehr über die schreckliche Geschichte Kambodschas zu erfahren.


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