Phnom Penh

Auf dem Weg nach Phnom Penh sahen wir das echte Kambodschanische Leben. Wir fuhren durch kleine Dörfer, vorbei an riesigen Reisfeldern und mussten mehrmals halten, da Kühe die Straße überqueren wollten 🙂 Es war richtig spannend aus dem Fester zu schauen und die Landschaft und die Menschen zu beobachten.

Die Hochhäuser in der Ferne wurden immer größer und schließlich waren wir in der Großstadt angekommen. Das war also Phnom Penh. Die Stadt erinnert ein wenig an Bangkok, ist aber noch ein wenig ursprünglicher. So wie Thailand vielleicht vor 20 Jahren war. Auch der Nachtmarkt ist überhaupt nicht touristisch und man findet viel einheimische Ware. Gemütlich machen es sich hier die Locals auf dem Boden 🙂

Zu einem Besuch in Phnom Penh gehören natürlich auch die Killing Fields und das S-21 Foltergefängnis. Also nahmen wir das am ersten Tag gleich in Angriff. Wir starteten etwas außerhalb der Stadt bei den berühmten Killing Fields, wo der damalige Anführer der Roten Khmer (Pol Pot) viele seine eigenen Landsleute hinrichten lies. Insgesamt ca. 3 Millionen, der 8 Millionen Einwohner Kambodschas hat er in seinen 4 Jahren Herrschaft umgebracht. Seine Ideologie war es, sein Land wieder zum Punkt null zurück zu führen. Das heißt, alles Moderne wurde zerstört, alle Menschen aus den Städten vertrieben, zur Landwirtschaft gezwungen und alle gebildeten Menschen sofort ermordet. Das war die Kurzfassung. Wir waren schockiert was die Bevölkerung dieses Landes alles erleiden musste. Erst der Vietnamkrieg und dann der Völkermord. Die Stimmung auf den Fields war unglaublich bedrückend. Am Eingang bekommt man einen Audio-Guide, der einem an den verschiedenen Punkten Geschichten und Fakten erzählt. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man genau da steht wo das alles vor nicht allzu langer Zeit (vor 40 Jahren) passiert ist. Auf dem kompletten Gelände war es mucksmäusschen Still.

Anschließend fuhren wir noch zum S-21 Gefängnis. Wir wollten unbedingt beides an einem Tag abhaken. Sobald man das Gelände betritt, bekommt man schon ein mulmiges Gefühl. Auch weil einem der Audio-Guide gleich zu Beginn ins Ohr flüstert: „Sie betreten nun einen der schrecklichten Orte der Welt. Sie können jederzeit auf Pause drücken, um sich draußen auf den Bänken zu erholen“. Jap, es war zum Teil wirklich furchtbar und kaum erträglich zuzuhören was hier für schreckliche Dinge passiert sind. Im ersten Gebäude wurden die Menschen gefoltert. Am Boden und an der Decke sieht man überall noch Blutspuren und es hängen Bilder der Gefolterten an der Wand. Da waren wir froh noch nichts gegessen zu haben. Alles Unschuldige, die zu einem (falschen) Geständnis gezwungen wurden, welches dann sowieso ihr Todesurteil war. Fast alle, die ins Gefängnis kamen, wurden dann auf die Killing Fields gebracht. Auch für Kinder und Frauen gab es keine Gnade. Insgesamt gibt es nur sieben Überlebende. Der zweite Block ist ebenfalls noch genauso wie er damals war. Hier befinden sich die winzigen Zellen der Gefangenen. Auch hier sieht man überall noch Spuren von damals. Dazu noch die Geschichten im Ohr und die Bilder im Kopf. Das ist definitiv nichts für schwache Nerven. Im letzten Gebäude sind dann noch diverse Foltergeräte und Utensilien ausgestellt. S-21 ist schrecklich aber sehr wichtig um sich an die furchtbaren Dinge von damals zu erinnern.

Alles in allem war es ein harter Tag und sehr schwere Materie für uns. Da kam es uns gerade Recht am Abend mit Freunden noch Essen zu gehen und ein paar Bierchen zu trinken 🙂

 


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