La Paz

Kurz aber intensiv – so haben wir La Paz erlebt. Mit dem Nachtbus sind wir um halb 6 Uhr morgens in La Paz angekommen. Natürlich konnten wir um diese Zeit im Hotel noch nicht einchecken. Was für ein Glück, dass wir diesmal ein 3*-Hotel ausgesucht haben (war günstig 😉 ). Dort konnten wir auf einer riesigen Ledercouch im 10. Stock noch ein Schläfchen machen. Es war zwar der luxuriöseste Bus in dem wir je gefahren sind (Todo Turismo),  aber leider haben wir die schlechtesten Plätze erwischt. Ganz hinten an der Wand. So konnten wir unseren Sitz nicht wie alle anderen um 180° kippen und mussten fast im Sitzen schlafen. Echt fies.

Bestes Essen!

Als wir im Hotel angekommen sind waren wir  so kaputt, dass uns erst nach einer Stunde auffiel was für ein Hammer Panorama wir hatten. Wir hatten quasi einen 360° Blick über die Stadt. So haben wir uns schon mal die Gondelfahrt gespart 🙂 Diese ist hier übrigens das Hauptverkehrsmittel (Made in Vorarlberg/Doppelmayr 😉 )

Was für ein Ausblick!

Natürlich lief wieder nichts wie geplant. Eigentlich wollten wir zu allererst in die Dirección General de Migración, um uns doch noch einen Einreisestempel von Bolivien zu holen. Beim Kauf des Bustickets war der Verkäufer nämlich etwas zu überrascht, dass wir keinen Stempel im Pass haben. Eh klar, dass es zu hatte, obwohl es laut Internet eigentlich offen sein hätte müssen. Danach haben wir uns eigentlich auf eine Free Walking Tour durch La Paz eingestellt. Nach einem kleinen Plausch mit dem Rezeptionist fanden wir heraus, dass am nächsten Tag Wahlen in Bolivien stattfinden werden. An dem Tag ist alles zu. Keine Busse, keine Touren, keine Restaurants. Da wir nur für eine Nacht gebucht hatten und wir eigentlich gleich weiter nach Copacabana fahren wollten, mussten wir nun umdisponieren. Wir entschieden uns noch am selben Tag zu fahren, bevor wir festsitzen würden. Glücklicherweise hatten wir noch ein paar Stunden, um uns die Stadt ein wenig anzuschauen. Also schlenderten wir mehr oder weniger gemütlich durch die Straßen. Unglaublich wie „busy“ diese Stadt ist. Überall quetschen sich hupende Autos zwischen den Menschenmassen hindurch. Ganz nach dem Motto: Der Stärkere gewinnt! Das Leben spielt sich praktisch auf der Straße ab. Für jemanden, der direkt  nach La Paz kommt, ohne schon ein bisschen durch Südamerika bzw Bolivien gereist zu sein, muss das definitiv ein Schock sein.

Spaziergang durch La Paz.

Dass La Paz eine gefährliche Stadt sein soll, können wir übrigens nicht bestätigen. Wir waren zwar nicht lange dort aber wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt. Die Leute waren alle freundlich und hilfsbereit.  Solange man aufpasst und aufmerksam durch die Straßen geht, ist man so gut wie save. Wichtig ist auch, nur die offiziellen Taxis zu nehmen (Funktaxis mit Werbetafel), sonst könnte es gefährlich werden. Es ist schon vorgekommen, dass man Touristen an einen abgelegenen Ort gefahren und dort ausgeraubt hat. Der Hexenmarkt war für uns das Highlight. So etwas muss man einmal gesehen haben. Zu kaufen gibt es von Lamaföten, bis Schlangenfleisch und diversen Kräutern alles, was man für ein Ritual braucht. Für jedes Wehwehchen findet sich ein Pulver, für jedes Problem einen Zauber. Amulette sollen vor dem „bösen Blick“ schützen oder Glück, Reichtum und Gesundheit bringen. Wenn man ein neues Haus baut, muss man einen Lamafötus unter dem Haus vergraben, um die Göttin Cocamama (Mutter der Erde) zu besänftigen. Zusammengestellte Opfergaben (Zucker, Alkohol, Kokablätter und Holz) kauft man zum Beispiel für eine gute Ernte. Auch die Zukunft kann man sich vorhersagen lassen. Das zu sehen, war wirklich ein Erlebnis.

Der Hexenmarkt in La Paz!

Gekauft haben wir schlussendlich nur ein Säckchen Kokablätter, um sie mal zu probieren. Ein absolutes MUSS für jeden Einheimischen und neugierigen Touri 😛 . Zu vergleichen ist die Wirkung mit starkem Kaffee oder Schwarztee. Auch sollen sie gegen die Höhenkrankheit helfen und Hunger und Kälte besser erträglicher machen.

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Alles in allem ist La Paz eine wirklich außergewöhnliche und sehenswerte Stadt. Jetzt geht’s weiter an den Titicacasee!


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