Ausflug in die Salar de Uyuni

Wow, was für ein Trip! Was für eine beeindruckende Landschaft! Aber von vorne: Wir haben eine 2-Tagestour in die Salar de Uyuni gebucht. Und wieder wurde uns bewusst – in Südamerika ticken die Uhren anders. Ganz brav warteten wir zum vereinbarten Zeitpunkt, am vereinbarten Treffpunkt auf unseren Guide bzw. Fahrer. Als nach einer halben Stunde immer noch niemand kam und alle anderen Reisegruppen mit ihren Jeeps davon rasten wurden wir langsam nervös. Wir hatten im Vorhinein schon gelesen, dass es egal ist bei welchem der über 100 Tourenanbieter (in einer Stadt mit ca. 18 000 Einwohnern) man bucht, weil man schlussendlich eh zusammengewürfelt wird. Nach 45 Minuten wurden wir dann doch noch umorganisiert und in einen Jeep mit fünf anderen Touris und einem ziemlich genervten Fahrer gesetzt. Und  los ging‘s 🙂 Den ersten Stop machten wir an einem alten Zugfriedhof, mitten in der Wüste. Man kam sich vor, wie in einer Filmkulisse. Es hat riesen Spaß gemacht auf den alten Zug-Skeletten herum zu turnen und coole Fotos zu schießen.

Abenteuerspielplatz!

Den nächsten Halt machten wir bei einem ziemlich unspektakulären Souvenir-Markt in ein einem kleinen Dörfchen, kurz vor der Salzwüste. Natürlich nur ausgelegt für die vielen Touristen. Außerhalb des ca. 30 Meter langen Marktes konnte man die Armut deutlich sehen, deswegen ist dieser Stop für die Einwohner wahrscheinlich lebenswichtig.

Dann fuhren wir endlich in die Salzwüste. Schon auf den ersten Metern waren wir geflasht von der unendlichen Weite und dem weißem Nichts, das uns umgab. Die Salar de Uyuni erstreckt sich über  10000km². Umso kleiner fühlt man sich, wenn man mitten drin steht. Unglaublich was es auf unserer Welt alles zu entdecken gibt. Wir wurden von unseren Erwartungen jedenfalls nicht enttäuscht. Leider hatten wir nur eine halbe Stunde für unser Fotoshooting. Das mit den Größenunterschieden haben wir zwar nicht so gut hingekriegt, es sind aber trotzdem schöne Bilder dabei. Zum Glück haben wir vorher noch eine Sonnencreme mit Faktor 50 gekauft, sonst hätte das bitter enden können. Der See reflektiert die Sonne so extrem, dass man es ohne Sonnenbrille kaum ein paar Minuten aushält. Gegessen wurde dann mitten auf dem See in einer aus Salz gebauten Unterkunft. Sowohl die Stühle, als auch die Tische waren komplett aus Salz.

Weiter ging es zu unserem Hotel am Fuße des Vulkans Tunupa. Schon von weitem sahen wir den mächtigen und farbenprächtigen Krater über dem See thronen.  Angekommen, fanden wir genau das vor, was wir erwartet haben. Ein schlichtes Bauernhaus in atemberaubender Kulisse. Als wir unser Zimmer sahen, waren wir doch ein wenig geschockt. Die Fenster waren provisorisch mit Klebeband und Plastiksäcken geflickt, unter dem Wellenblechdach war nur ein Stoff gespannt und die Wände waren aus kahlen Salzblöcken gebaut. Überall waren Fliegen, Spinnen, etc. Urghhhhh. Naja, jetzt kann uns wirklich kein Hotel mehr schocken 🙂  Die Natur rund um das „Hotel“ war aber wirklich der Wahnsinn. Man kann die nur in Südamerika vorkommenden Jamesflamingos aus der Ferne beobachten oder mit den Herden von Lamas durch die Pampa spazieren. Die Familie hat dann am Abend für uns gekocht. Über das Essen gibt es nichts Negatives  zu sagen, wir hatten schon wesentlich schlechtere Kost in Restaurants. Sogar eine Flasche Rotwein gab es zum Essen. Die Nacht war Widererwartens gar nicht so kalt. Geschlafen haben wir trotzdem nicht so gut.

Unser Luxusdomizil inkl. Wachhund!

Ein wunderschönes Fleckchen Erde…

Da unsere Guide, im Gegensatz zu den anderen, nicht bei uns im Hotel geblieben ist, mussten wir am nächsten Morgen den Aufstieg zu den Mumiengräbern auf dem Vulkan zu Fuß wagen. Zwei Trekking erfahrene Kanadierinnen und wir. Dass wir das schaffen, hätten wir selbst nicht gedacht. Wir sind doch fitter als wir geglaubt haben 🙂 Auf ca. 4700 Meter (4km aufwärts) wurde die Luft für uns nicht-Wanderer schon ziemlich dünn. Die Aussicht war es aber wert. Bis zum Horizont konnte man nur die Salzwüste sehen. Dieser Trip hat in uns definitiv die Wanderlust geweckt 😉  Die kleine Höhle mit den Mumien war gruselig. Die Skelette sitzen noch genau so da, wie sie gestorben sind. Ein Einheimischer erzählte uns noch einige Fakten und Geschichten über die Mumien, wodurch das ganze noch schauriger auf uns wirkte . Danach machten wir uns stolz und hungrig wieder auf den Weg nach unten. Nach knapp zwei Stunden war unser Guide, der auch das Essen bringen sollte, immer noch nicht da. Mitleidig teilte die andere Gruppe ihres mit uns. Schlussendlich musste dann eine andere Mitfahrgelegenheit für uns organisiert werden. Da wir den Namen unserer Agentur nicht mehr wissen, können wir leider nicht davor warnen :/ Aber wir waren stinksauer, dass wir nicht die Leistungen bekommen haben, für die wir bezahlt hatten.

Anstrengende Wanderung auf den Vulkan Tunupa.

Der letzte Stop war die Isla Incahuasi. Eine kleine Insel im Nirgendwo mit Hunderten von riesigen Kakteen. Manche bis zu 10 Meter hoch. Den Eintritt haben wir uns gespart indem wir einfach auf die andere Seite der Insel spaziert sind. Dort waren wir fast alleine und konnten die Kakteen genauso gut betrachten. Der Wind wehte uns fast die Füße vom Boden und die kleinen Salzkristalle peitschten uns ins Gesicht. Ein gemütlicher Spaziergang war das nicht 🙂 aber trotzdem sehr eindrucksvoll.

Danach ging es wieder zurück nach Uyuni, wo wir unendlich glücklich darüber waren noch eine Nacht in unserem Hotel verlängert zu haben. Next Stop: La Paz! Wir sind schon gespannt was uns dort erwartet.

 


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