Zwei Gringos im Niemalsland

Unsere Reise startete in der Nacht in Salta, in einem noch etwas komfortablerem  Reisebus (Argentinisches Niveau) Richtung La Quiaca, an die Argentinisch-Bolivianischen Grenze.

Die schlaflose Nacht im Bus wurde mit einem klaren und faszinierenden Sternenhimmel und einem prächtigen Farbenspiel während des Sonnenaufgangs in der Wüste belohnt. Das wir Richtung Wüste unterwegs waren, wurde uns klar, als es im Bus immer kälter und kälter wurde. Dazu kam, dass Tamara mit einem Sonnenstich vom Vortag zu kämpfen hatte. Völlig geschlaucht kamen wir dann am Morgen im Grenzstädtchen La Quiaca an. Ohne Spanisch-Kenntnisse und ohne Plan wo sich die Grenze zu Bolivien nun genau befindet, sollten wir uns nun durchkämpfen. In diesem Moment wurde uns zum ersten Mal klar, was wir da eigentlich machen 🙂 Schon beim aussteigen bemerkten wir, dass es schon hier eine komplett andere Welt war. Bunte Kleider und Röcke, lange Schwarze Zöpfe, typisch bolivianische Hüte weit und breit. Wir kamen uns vor wie mitten in einer Doku. Zum Glück trafen wir dann einen Backpacker aus Uruguay, der zwar auch kein Wort Englisch sprach, aber mit Händen und Füßen versuchte sich mit uns zu verständigen und uns zu helfen. Gemeinsam machten wir uns zu Fuß auf den 20-Minütigen Weg zur Grenze. Dort angekommen erwarte uns schon eine lange Schlange aus Bolivianos, in die wir uns einreiten. Leider trauten wir uns keine Fotos machen, da wir eh schon die Hauptattraktion waren und wir von allen Seiten beobachtet und angestarrt wurden. Ein wirklich schräges Gefühl, die Dinge mitten in einem unbekannten Land/Kultur und ohne Sprachkenntnisse einfach so auf uns zukommen zu lassen. Auch ein Gefühl von Stolz war mit dabei, als wir die Grenze in Villazón überschritten. Nicht viele kommen auf diesem Weg nach Bolivien. Dazu müssen wir noch sagen, dass wir uns eigentlich immer noch nicht sicher sind ob wir nun legal oder illegal im Land sind 🙂 Am Bolivianischen Grenzübergang mussten wir noch nicht mal stehen bleiben. Alles was wir bekommen haben, war eine Art Quittung an der Argentinischen Grenze. Naja .. jedenfalls machten wir uns mit unserem Freund aus Uruguay auf dem Weg zum Busbahnhof – dachten wir zumindest 🙂 Gelandet sind wir in einer 5 m² Küche, wo wir einen Kaffee (übrigens den besten der gesamten Reise) und ein Stück Brot serviert bekommen haben. Schlussendlich sind wir dann ohne Begleitung mit dem Taxi zum nächsten Busbahnhof gefahren. Kulturschock pur! Hier war einfach gar nichts mehr wie man es als Europäer kennt. Natürlich nur Bolivianos und überall schreiende Menschen, die versuchten Tickets zu verkaufen. Der Bahnhof bzw die Gegend war natürlich auch alles andere als schön. Man merkt, dass Bolivien ein wirklich armes Land ist. Als wir es geschafft haben jemandem klar zu machen, wo wir hinwollen, standen wir vor einem typisch Bolivianischen Bus. Wir waren wohl doch durch die Argentinischen Busunternehmen sehr verwöhnt. Heiß, stickig und stinkend. Auch die anderen Fahrgäste schauten uns ein wenig verdutzt an als wir einstiegen. Dennoch waren alle nett und freundlich zu uns „Gringos“. Überraschenderweise mussten wir in Tupiza dann umsteigen. Der  Bahnhof dort war nochmal eine Spur ursprünglicher. Tamara ging immer schlechter – was wahrscheinlich auch mit der ansteigenden Höhe zu tun hatte.

Wie durch ein Wunder schafften wir es dann doch den richtigen Bus nach Uyuni zu finden. Der war noch schlimmer als der erste. Straßen nach Uyuni waren quasi keine vorhanden. Der Weg führte uns über Schotterpisten, Bachbetten und Steinhaufen. Auch wurde es einige Male ziemlich knapp in den Kurven. Wir konnten jedenfalls nicht nachvollziehen, wie der Busfahrer in diesem Wirrwarr den Weg gefunden hat. So ging es dann 6 Stunden (208 Kilometer) im ersten und zweiten Gang dahin J abenteuerlicher geht es kaum. Wir konnten nur darauf vertrauen, dass der Busfahrer weiß was er tut. Die spektakulären Ausblicke konnten uns jedoch ein wenig ablenken.

Karge Landschaft und trotzdem beeindruckend!

Unser Luxus-Bus 🙂

Jetzt sind wir endlich in Uyuni, 3675 Meter über dem Meeresspiegel. Trotz dem Tourismus und der vielen Backpacker , ist die Wüstenstadt ziemlich arm. Unser Hostel ist der absolute Hammer. Schöne, saubere Zimmer, ein super Frühstück  und hilfsbereites Personal.

Zum Glück, denn Tamara leidet immer noch unter Kopfschmerzen und Übelkeit. Wir hoffen, dass es bis morgen besser wird, damit wir den Ausflug auf 5000 Meter wagen können.

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Tamara am leiden 😦


2 Gedanken zu “Zwei Gringos im Niemalsland

  1. Hey Ihr zwei Weltenbummler, schön zu sehen, dass es Euch gut geht… zumindest grinst ihr Beide fesch aus dem Internet! Natürlich verfolgen wir Eure tolle Reise und wünschen Euch weiterhin alles Gute, viel Erfolg und viel Freude!

    Und wir freuen uns schon sehr auf die persönlichen Berichte, wenn wir Euch wieder hier haben….

    Ganz liebe Grüße vom Bruder, der Schwägerin und und und

    PS: Max, pass mir ja gut auf mein kleines Schwesterlein auf, denn sonst….
    Ich hab nur die Eine und die vertraue ich nicht jedem an 😉

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